MONDREISE
Man flog ins All hinaus,
zum Mond und gleich zurück,
und fand dabei heraus:
Er ist noch da, zum Glück.
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×#PoesiePingPong?
Im Juni 2019 hat Martin Suter begonnen, mit allen, die Spass daran hatten, Poesiepingpong zu spielen. Aus Vergnügen am Reimen und als Zeichen gegen die Verrohung der Social Media. Ursprünglich lief das Spiel über Twitter. Martin Suter likte die Verse, die ihm gefielen und deren Rhythmen und Reime stimmten. Diese wurden dann auf martin-suter.com animiert wiedergegeben. Hier können Sie in den vielen hundert entstandenen schmökern. Dann wurde Twitter zu X und X wurde zu einer Plattform, mit der wir PPP-Spielerinnen und -Spieler immer weniger zu tun haben wollten. Wir verliessen X und Musk und Trump und spielen nun hier unbehelligt, fröhlich und friedlich weiter. Spielen Sie doch mit.
×Posted on Written by Felix Tandem
MONDREISE
Man flog ins All hinaus,
zum Mond und gleich zurück,
und fand dabei heraus:
Er ist noch da, zum Glück.
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Was keiner jemals las:
Dass man auf selbem Mond
ein Crew-Mitglied vergass.
Nun ist der Mond bewohnt.
Eine Reise hin zum Mond
kostet Nerven sowie Schotter,
flieg‘ nach Elba – das geht flotter –
was die Urlaubskasse schont.
🚀🌔
Auf der Reise Richtung Mond
schleckt als Bordkost man Nutella
gleich vom Finger – das geht schneller –
auch weil‘s keinen Abwasch lohnt.
Hui, jetzt geht es aber los,
Es wird mal wieder neu gestartet.
Die dunkle Seite, riesengross,
Hat schon lang auf uns gewartet.
Nur eine Dame und drei Mannen,
Die Besatzung der Rakete.
Man ging ab Florida von dannen
Und sprach zwei, drei Gebete.
Auf dem Flug zum Mond scheint‘s eben
wieder ein Problem zu geben:
„Houston, draußen geht was vor!“
…„Mission hier, wir sind ganz Ohr.“…
„Jemand schaut zur Kapsel rein!“
…„Mission Control, er wird’s sein:
Alex, von der ISS.
Macht Euch also keinen Stress;
der klopft gerne mal spontan
nett bei neuen Nachbarn an.“
Sumsemann war deprimiert:
Das Sechste Bein war nicht mehr da.
Artemis ward nominiert,
Richtung Mond zu fliegen, tja.
Ergo segelte man los –
Die Besatzung, gut gelaunt,
Fand das alles höchst kurios
Und hat, als man es fand, gestaunt.
„Die Bilder sind doch nur KI“,
Liest man zuhauf im Internet,
Der Mensch verließ die Erde nie,
Die sei auch flach wie ein Tablett.
Die Weltverschwörung sei komplett.
Der Flacherdler belegt
Hingegen nur das dicke Brett,
Das er vorm Kopfe trägt.
Wir könnten jetzt dort oben sein,
Flüsterte ihr Fritz ins Ohr.
Nur du und ich, wir ganz allein,
Das stell ich mir romantisch vor.
Was soll auf einmal dieser Blitz?
Unterbricht sie seinen Traum.
Jetzt schau doch nur, mein lieber Fritz,
Artemis killt Schall und Raum!
9 Dinge, die ein Astronaut
noch kurz vorm Start zum Mond verstaut:
30 Streifen Chewing Gum
Taschentuch, bestickt von Mum
All-in-one-cream, Viertelpfund
Foto vom Familienhund 😉
Comic-Heftchen (Spiderman)
Spiegelbrille von Ray Ban
Altes Basecap der Red Sox
Zahnpflege & Feuchttuch-Box
Ich flieg‘ zum Mond und gleich retour
gedanklich, in Sekunden,
und hab, nach einem Blinzeln nur,
noch immer heimgefunden.
💫
Die Art von Reisen kennen ja
wir Träumer sicher alle,
mit Phantasie rückt vieles nah –
auch ein Trabant, im Falle.
Auf einmal war er da,
Stand überm Hügel hell und klar.
Er schien fern und doch so nah,
Wie er das schon immer war.
Was anders war, war der Besuch,
Den gerade man ihm machte.
War er nun Segen oder Fluch –
Der Mann im Mond sich dachte.
Fly me to the Moon,
Das sollten wir wohl nächstens tun.
Nix wie weg, hinauf ins All,
Weg von hier auf jeden Fall.
Der Mond, er ist das Paradies,
Die Mutter Erde nur noch fies.
Drum aufi geht’s, der Countdown läuft,
Bevor man hier im Leid ersäuft.
Siehst du den Mond über Soho?
So intonierte Bertold Brecht.
Als ich es sang, fragte sie: Wo-ho?
Vielleicht war mein Gesang so schlecht.
Mir fiel der Song auf einmal ein,
Als ich des Nachts zum Himmel sah.
Ich fragte mich, wie muss es sein,
In ‘ner Kapsel und dem Mond so nah.
Schau, dort drüben ist die Erde,
Sieht sie nicht fantastisch aus.
Träume, dass der Mond so werde,
Mit vielen schönen dunklen Blaus.
Geht doch nicht, du wirst schon sehen,
Auf dem Mond da gibt’s kein Meer.
Und ohne Meer, wie soll das gehen,
Wo nehmen wir ein Meer dort her?
Es war ein Frühlingsabend, warm,
Um uns herum war alles still.
Ich hielt dich fest in meinem Arm;
Wahrscheinlich war es im April.
Am Himmel stand ein fahler Mond
Und wie wir beide ahnten,
War der Mond noch nicht bewohnt,
Nur dass Dinge sich anbahnten.